Positionen

Genossenschaftlicher Umbau des Wuppermarktes

08.12.2013 von Jürgen Wustmann

 

Die Wupperorte Dahlerau, Dahlhausen, Vogelsmühle und Herkingrade haben sich vom Niedergang der dort angesiedelten Textil- und Papierindustrie zum Ende der 1990 Jahre nie erholt. Es wird auch schwierig, da die Ansiedlung auf die Industriezweige ausgerichtet war. Der Standort direkt an der Wupper war ideal. Nach den Insolvenzen der Betriebe Wülfing, Schürmann & Schröder und Hardt & Pocorny konnte die Wirtschaftskraft nicht mehr auf dem Niveau gehalten werden. Abwanderungen der Bevölkerung und die Schließung des ortsansässigen Einzelhandels war die logische Folge. Die Verbliebenen harren mit einem ortsbezogenen, ja fast bewundernswerten Idealismus, aus. Mit Mühe konnte zur Aufrechterhaltung einer ortsnahen Versorgung der Wuppermarkt aufgebaut werden. Dieser hat aber mit einer starken Fluktuation der Händler zu kämpfen und lebt im Prinzip nur von der Anwesenheit eines ALDI Marktes. Würde dieser schließen, stände auch der gesamte Wuppermarkt vor einem großen Problem. Viele Zeitgenossen empfinden das von der Stadt Radevormwald beschlossen Einzelhandelskonzept als Entwicklungshemmnis. Dies ist aber zu kurzsichtig betrachtet. Orte mit dieser Ausgangslage werden aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklungen zunehmend mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Hier hilft nur ein Konzept, das in der Bevölkerung Rückhalt findet und von ihr getragen wird. Investoren von außerhalb fehlt die ortsbezogene Identifizierung mit dem Standort, um ein Wiederbeleben der Strukturen zu ermöglichen. Hier böte die genossenschaftliche Organisation des Wuppermarktes einen möglichen Ausweg. Mit der genossenschaftlichen Struktur, dem örtliche Idealismus und dem Willen zur Umsetzung lässt sich die Nahversorgung der Wupperorte auf ein solides Fundament stellen. Spinnt man den Gedanken des genossenschaftlichen weiter, könnte hier sogar eine interessante Vermarktungsstruktur der örtl. Landwirtschaft entstehen, die überörtliches Augenmerk entstehen lässt. Entgegen steht z. Z. sicher ein undurchschaubarer Vermieter, der an einer zukunftsfähigen Entwicklung des Wuppermarktes augenscheinlich kein Interesse zeigt. Wie anders ist der rückständige äußere Eindruck, von der Zufahrt beginnend, zu erklären.
Die Wupperorte sind beim Umbau des Wuppermarktes in eine genossenschaftliche Struktur unbedingt zu unterstützen. Politik und Verwaltung sollten sich mit Einmischung zurückhalten, um den Rückhalt in der Bevölkerung nicht zu gefährden.

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